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Das 360° Journal der FAIRNET #Messen #Events #Kongresse

Landgang

Dezember 2015. Ein Empfang der Leipziger Messe in der sächsischen Landesvertretung in Berlin. Eine Landespolitikerin und Tutima-Geschäftsführer Jörg Delecate kommen ins Gespräch. Delecate erzählt von den Tutima-Anfängen in Glashütte. Vom Neuanfang in Niedersachsen, von Erfolg und der Rückkehr der Firma nach Sachsen im Jahr 2008. Sein Gegenüber wird hellhörig: Wäre das nicht eine schöne Geschichte für den Tag der Deutschen Einheit 2016 in Dresden? Gern! Zu dieser Geschichte gehören aber auch die Tutima-Erfolge auf dem Wasser. Na gut, dann zeigen wir die Rennyacht eben gleich mit! Die liegt zwar auf der Ostsee, doch die Idee gefällt auch FAIRNET-Prokurist Dirk Deumeland sofort. Mit einem „Wenn ihr das schafft, bringe ich sie von der Küste direkt zu euch“ gibt Jörg Delecate den Startschuss für ein Vorhaben, das die Dresdener Frauenkirche zehn Monate später zum Ankerplatz macht.

Frauenkirche direkt voraus!

Im Kieler Hafen wird die Rennyacht „Tutima“ Ende September 2016 aus dem Wasser gehoben. Per Schwerlasttransport geht es über die Bundesautobahnen 7, 2 und 14 gen Süden. Fünf Nächte und 550 Kilometer später erreicht sie ihr Ziel. Mit einem Kran wird auf dem Neumarkt der Segelmast gesetzt, der fahrbare Untersatz zum Podest umfunktioniert und mit grafischer Finesse der Eindruck erweckt, die titangraue Schönheit treibe wie gewohnt auf dem Wasser. Echtes Nass kommt in den folgenden Tagen allerdings nur von oben. Kein Problem für die Tutima-Frauencrew, die das Publikum auch ohne dramatischen Wellengang begeistert. Vor historischer Kulisse wird die Hochseeyacht zur Bühne für die sächsische Erfolgsgeschichte Tutima, wenige Kilometer entfernt von der alten und neuen Heimat Glashütte. Und zu einem Besuch am wind- und wetterfesten Steuerrad lässt sich dann selbst die politische Prominenz Sachsens bis hin zum Ministerpräsidenten nicht zwei Mal bitten.

Wenn es um große Auftritte geht, setzen die Uhrenspezialisten auf die Messeprofis und das schon seit 20 Jahren – in Dresden oder wie hier bei der Baselworld.

„Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzungen.”

Die Tutima-Wurzeln liegen tief im östlichen Erzgebirge. Glashütte ist schon in den 1920er-Jahren als Stadt der Uhren bekannt und Visionär Dr. Ernst Kurtz erkennt, dass die Zukunft der Armbanduhr gehört. Wer ein Auto oder gar Flugzeug lenkt, muss die Uhrzeit künftig im Handumdrehen parat haben. Aufgrund ihrer hohen Halt- und Belastbarkeit nennt Kurtz seine ab 1927 entwickelten Modelle „Tutima“. Das Lateinische „tutus“ bedeutet „sicher, geschützt“. Die Marke ist geboren.

1945 zerstört ein Bombenangriff die Manufaktur, Kurtz und einige Mitarbeiter retten sich noch rechtzeitig in den Westen des Landes. Im niedersächsischen Ganderkesee knüpfen sie an die Glashütter Ideale an. Der Neubeginn wird zur Erfolgsgeschichte und ab den 1960ern von Dieter Delecate fortgeschrieben.

Mit der deutschen Vereinigung reift der Plan zur Heimkehr nach Glashütte und parallel zum Standort Ganderkesee entsteht schließlich ein neues Werk im Erzgebirge. Nach mehr als 60 Jahren ist Tutima zurück in Glashütte.

Jörg Delecate ist seit Kindertagen eng mit Tutima verbunden und seit 1998 Geschäftsführer des Unternehmens. Gemeinsam mit seinem Vater Dieter Delecate führt er das Erbe von Firmengründer Dr. Ernst Kurtz (1899-1996) fort. Sie brachten das Unternehmen zurück nach Glashütte.

Zeit im Handumdrehen. Die neue Generation aus Sachsen ist eine hochwertige Hommage an den Neuanfang: die Tutima Saxon One.

Bildnachweise
Tutima, FAIRNNET, Dirk Knofe